Lesezeichen-Chaos in Safari und Chrome: aufräumen, was du wirklich brauchst

218 offene Tabs auf dem Handy, eine Leseliste von 2021 und eine Lesezeichenleiste, auf der du seit Jahren nichts mehr anklickst.

Wie räume ich Lesezeichen und Tabs sinnvoll auf?

Zuerst musst du wissen, dass es bei dir nicht einen Speicherort gibt, sondern vier. In Safari sind Favoriten, Lesezeichen, Leseliste und Tabgruppen vier verschiedene Dinge, in Chrome kommen Lesezeichen, Leseliste und Tabgruppen dazu. Die meisten Leute glauben, etwas sei verschwunden, dabei liegt es nur in einem der anderen drei.

Danach hilft eine Trennung, die für alle Browser gilt: Werkzeuge gehören in die Lesezeichenleiste, Artikel gehören in die Leseliste, und alles, was du irgendwann machen willst, gehört gar nicht in den Browser. Genau diese dritte Kategorie ist der Grund, warum die anderen beiden zumüllen, denn ein Restaurant, ein Kurs und ein Ausflugsziel sind keine Lesezeichen.

Vier Speicherorte, die dauernd verwechselt werden

Wenn dir etwas fehlt, ist es fast nie gelöscht. Es liegt in einem der anderen drei Orte oder auf einem Gerät, auf dem die Synchronisierung gerade nicht läuft.

  • Favoriten

    In Safari die Kacheln beim Öffnen eines neuen Tabs, in Chrome die Leiste unter der Adresszeile. Gedacht für die zehn Seiten, die du täglich brauchst. Alles darüber macht sie unbrauchbar, weil du die Icons dann nicht mehr auseinanderhältst.

    Passt gut, wenn:
    Du öffnest die Seite mehrmals pro Woche.
    Eher nicht, wenn:
    Du willst dir etwas für später merken.
  • Lesezeichen

    Der große Ordnerbaum dahinter. Gut für Referenzen, die du wiederfindest, weil du weißt, in welchem Ordner du gesucht hast. Schlecht für Ideen, weil du dafür einen Ordner anlegen müsstest, den du nie wieder öffnest.

    Passt gut, wenn:
    Es ist eine Referenz, die du gezielt suchen wirst.
    Eher nicht, wenn:
    Es ist eine Idee ohne festen Platz im Kopf.
  • Leseliste

    Für Artikel, die du lesen willst, mit Offlinekopie in Safari. Funktioniert gut, solange sie unter zwanzig Einträgen bleibt. Darüber wird sie zum Archiv, und Archive liest niemand.

    Passt gut, wenn:
    Du willst es in den nächsten Tagen lesen.
    Eher nicht, wenn:
    Du willst irgendwann dort hingehen oder es machen.
  • Offene Tabs und Tabgruppen

    Kein Speicher, sondern ein Zwischenzustand, den fast alle als Speicher benutzen. Tabgruppen bringen Struktur hinein, ändern aber nichts daran, dass 200 offene Seiten kein System sind.

    Passt gut, wenn:
    Du arbeitest heute an genau dieser Sache.
    Eher nicht, wenn:
    Der Tab ist seit drei Wochen offen.

Eine Stunde Aufräumen, in der richtigen Reihenfolge

  • Prüf zuerst die Synchronisierung

    Bevor du irgendetwas löschst. Wenn iCloud für Safari oder die Chrome-Synchronisierung auf einem Gerät aus ist, sieht das aus wie Datenverlust und ist keiner. Ein falsch verstandener Sync ist die häufigste Ursache für angeblich verschwundene Lesezeichen.

  • Schließ alle Tabs, die älter als eine Woche sind

    Ohne sie einzeln zu prüfen. Was du in einer Woche nicht gebraucht hast, brauchst du nicht. Beide Browser bieten dafür ein automatisches Schließen nach einem Zeitraum, und das ist die beste Einstellung, die du treffen kannst.

  • Reduzier die Favoriten auf zehn

    Genau die Seiten, die du wöchentlich öffnest. Der Rest wandert in Lesezeichen oder fliegt raus. Zehn Favoriten sind nützlich, vierzig sind eine Wand aus Symbolen.

  • Leer die Leseliste bis auf die letzten zwei Wochen

    Alles Ältere hast du nicht gelesen und wirst es nicht lesen. Das klingt hart, ist aber die Erfahrung praktisch aller, die es einmal ehrlich probiert haben.

  • Zieh die Ideen aus dem Browser raus

    Restaurants, Kurse, Ausflugsziele, Rezepte. Das ist der Teil, der immer wieder zumüllt, weil er im Browser keinen richtigen Platz hat. In Swiva teilst du sie direkt aus Safari oder Chrome in eine Liste und hast sie dort, wo du sie auch suchst.

Warum der Browser der falsche Ort für Ideen ist

Ein Lesezeichen ist eine Adresse. Es speichert, wo etwas liegt, und sonst nichts. Für ein Werkzeug wie das Online-Banking ist das genau richtig, weil dich an dieser Seite nur die Adresse interessiert.

Bei einer Idee ist die Adresse der unwichtigste Teil. Bei einem Restaurant zählt, wer es empfohlen hat, wann ihr hinwollt und ob es teuer ist. Bei einem Kurs zählt der Termin. Ein Lesezeichen kann davon nichts speichern, und es hat auch keinen Platz dafür vorgesehen.

Dazu kommt, dass Ideen nicht nur aus dem Browser kommen. Die Hälfte deiner Restaurants kommt aus Instagram, ein Teil aus dem Gruppenchat und einer aus Google Maps. Selbst ein perfekt sortierter Lesezeichenordner sieht davon nur ein Drittel, und deshalb schaust du am Ende doch wieder überall nach.

Und der letzte Unterschied ist der wichtigste: Ein Lesezeichen wartet. Es erinnert dich nie an sich, egal wie gut du es einsortiert hast. Deshalb haben wir Swiva so gebaut, dass es sich meldet, wenn ein paar Tage nichts passiert ist, mit einer konkreten Idee statt einer Zahl im Badge. Höchstens dreimal pro Woche, und wer nicht reagiert, wird in Ruhe gelassen. Beim Durchgehen siehst du eine Karte nach der anderen, auch ältere, statt eine Ordnerstruktur zu öffnen und dich zu erinnern, wonach du eigentlich suchst.

Damit es in drei Monaten nicht wieder so aussieht

  • Automatisches Tab-Schließen einschalten

    Die einzige Einstellung, die dauerhaft etwas ändert. Nach einer Woche oder einem Monat, beides ist besser als nie. Beide Browser können das, und fast niemand nutzt es.

  • Eine Regel für den Moment des Speicherns

    Frag dich: Will ich das lesen oder will ich das machen? Lesen bleibt im Browser, machen geht raus. Diese eine Frage verhindert die meiste Unordnung, bevor sie entsteht.

  • Ordner nur, wenn du den Namen sofort weißt

    Wenn du beim Anlegen überlegen musst, wie der Ordner heißen soll, wirst du ihn später auch nicht finden. Dann lieber flach speichern und suchen.

  • Einmal im Quartal fünf Minuten

    Nicht mehr. Leseliste durchsehen, alte Tabs schließen, fertig. Ein kurzer regelmäßiger Blick verhindert die Stunde, die du sonst alle zwei Jahre investieren musst.

Kurz noch geklärt

Was ist der Unterschied zwischen Favoriten, Lesezeichen und Leseliste?

Favoriten sind die Seiten, die du täglich brauchst. Lesezeichen sind der Ordnerbaum für Referenzen. Die Leseliste ist für Artikel, die du bald lesen willst, in Safari inklusive Offlinekopie. Drei verschiedene Zwecke, drei verschiedene Orte.

Meine Lesezeichen sind weg. Was tun?

Zuerst die Synchronisierung prüfen, nicht die Wiederherstellung. In den allermeisten Fällen ist iCloud für Safari oder die Chrome-Synchronisierung auf einem Gerät aus, und die Lesezeichen liegen unversehrt auf dem anderen.

Wie viele offene Tabs sind zu viele?

Die Zahl ist egal, das Alter zählt. Ein Tab, der länger als eine Woche offen ist, ist kein Tab mehr, sondern ein schlecht gespeichertes Lesezeichen. Automatisches Schließen nach einer Woche löst das dauerhaft.

Soll ich Lesezeichen in Ordner sortieren?

Nur wenn dir der Ordnername sofort einfällt. Ordner, über deren Namen du nachdenken musst, findest du später nicht wieder. Bei allem anderen ist flach speichern und suchen die ehrlichere Lösung.

Wohin mit Links zu Sachen, die ich machen will?

Nicht in den Browser. Ein Lesezeichen speichert nur die Adresse, aber bei einem Restaurant oder einem Kurs zählen Empfehlung, Termin und Preis. In Swiva teilst du den Link direkt aus Safari oder Chrome in eine Liste und schreibst diese Angaben dazu.

Deine nächste gute Idee darf bleiben.

Speicher sie in Swiva und greif darauf zurück, wenn du wirklich Zeit dafür hast.

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